Marcus' 2nd Brain steht. Es ist nur noch dünn.
In der Vorbereitung stand hier: „heute noch nicht startbar, das Material fehlt". Das gilt nicht mehr. Das Brain liegt seit heute in Azure — dieselbe Struktur wie Alessios, eigener Speicher, eigene Rechte. Was fehlt, ist nicht die Ablage, sondern der Inhalt. Und der kommt in genau der Reihenfolge, die Marcus heute selbst genannt hat: Unterlagen → Mails → Notizbuch.
Heute passiert · Grundstock übertragen
Alessios Brain enthält unter context/ueber-business/ das aufbereitete
LAVA-Geschäftswissen — Geschäftsmodell, Preisgleitung, Produkte, Recht, Wettbewerb, Kunden.
Das ist genau das Fundament, auf dem Marcus' Brain aufsetzen muss. Es wurde übertragen,
mit Herkunftsvermerk: Autor bleibt Alessio, damit später nachvollziehbar ist,
was Marcus' eigenes Wissen ist und was übernommen wurde.
| Bereich | Notizen | Inhalt |
|---|---|---|
| Geschäftsmodell | 11 | Contracting-Grundprinzip · Business Model Canvas · 10x-Wachstumsstrategie · M&A-Strategie · Wirtschaftlichkeitsrechnung · „Growth without Growing" |
| Preisgleitung | 6 | Grundlagen · GP-, AP- und CO₂-Familien · Index-Glossar · LAVA-Alternativformeln |
| Recht | 3 | AVBFernwärmeV · Kostenneutralität § 556c BGB · weiterer Rechtsrahmen |
| Kunden | 3 | Kundensegmente · Werttreiber · Zielgruppen & Bedürfnisse |
| Prozesse | 3 | Interne Steuerung · Risikoprofil eines Projekts · Vertrags- & Akteurskonstellationen |
| Aurora | 3 | Deal-Struktur · Portfolio · Integration / PMI |
| Covivio | 2 | JV-Struktur „Caldera GmbH" · Portfolio |
| Wettbewerb · Markt · Produkte · Glossar | 7 | Wettbewerber-Set · Wettbewerbslandschaft · Markt Energiedienstleistungen · LAVA green · LAVA go · Glossar |
Die Reihenfolge, die Marcus selbst genannt hat
Der Test: Marcus fällt vier Wochen aus
Die Frage wurde ihm heute direkt gestellt — welches Wissen würde der Firma sofort fehlen? Seine Antwort war eindeutig und in dieser Reihenfolge:
| 1 | Finanzierung „dass da die Kohle nicht ausgeht […] und wenn das nicht kommt, ist vorbei, und zwar ratzfatz" |
kritisch |
| 2 | Kundenwissen „du weißt eigentlich alles über Kunden, aber das meiste ist im Kopf" |
kritisch |
| 3 | Vertriebliche Stringenz welches Segment wirklich bearbeitet wird — und wer korrigiert, wenn abgedriftet wird |
hoch |
Die eigentliche Aufgabe: Marcus' Haltung, nicht nur seine Fakten
Fakten kann man importieren. Was das Brain wirklich tragfähig macht, ist etwas anderes: Es muss erkennen können, ob eine Entscheidung noch zu LAVA passt — und das setzt voraus, dass Marcus' Grundhaltung hinterlegt ist. Genau da liegt aber auch die Grenze, die Marcus selbst gezogen hat.
Erfassungsbogen — live mit Marcus auszufüllen
| Wissensgebiet | Typische Inhalte | Fundort | Aktualität | Freigabe |
|---|---|---|---|---|
| Strategie & Positionierung | Geschäftsmodell, Zielsegmente, Wachstumspfad, Abgrenzung zum Wettbewerb | ? | ? | ? |
| Gremien & Gesellschafter | Beschlüsse, Protokolle, Berichte, Zusagen gegenüber Kapitalgebern | ? | ? | sensibel |
| Verträge & Konditionen | Vertragsmuster, Preisgleitformeln, Sonderabreden, Verhandlungsspielräume | teilweise System | aktuell | ? |
| Erfahrungswissen | Warum Entscheidungen so getroffen wurden, was schon einmal scheiterte, wie ein Kunde tickt | im Kopf | — | ? |
| Finanzierung & M&A | Finanzierungsstruktur, Bankgespräche, Übernahmen, Bewertungslogik | ? | ? | sensibel |
| Technik & Anlagen | Anlagenkonzepte, Erfahrungswerte, Lieferanten, technische Leitplanken | ? | ? | ? |
| Menschen & Organisation | Wer kann was, wer entscheidet was, gewachsene Zuständigkeiten | im Kopf | — | heikel |
| Kunden & Markt | Kundenhistorien, Absagegründe, Preisgrenzen, Wettbewerbserfahrungen | ? | ? | ? |
Drei Arten von Wissen — drei Wege hinein
| Art | Weg in die Wissensbasis | Aufwand |
|---|---|---|
| Dokumentiert liegt als Datei vor | Einlesen, strukturieren, in den Datenraum überführen | gering |
| Verstreut in Mails, Protokollen, Chats | Automatisch erschließen, aber Relevanz muss bestätigt werden | mittel |
| Im Kopf nur bei Marcus | Interview. Der Agent stellt Fragen, Marcus antwortet mündlich, daraus entstehen Wissensseiten | hoch — aber der wertvollste Teil |
Interview-Modus — so wird Kopfwissen zu Wissensbasis
AIRA stellt Marcus in ruhigen Momenten Fragen. Kurz, thematisch gebündelt, mit Diktierfunktion.
So fühlt es sich an, wenn es fertig ist
Beispielhafte Antworten — illustrativ, nicht aus echten Daten erzeugt. Entscheidend ist die Form: jede Aussage mit Quelle, Lücken ausgewiesen.
Ja, in zwei Fällen. Beide Male wurde die Sonderregelung an eine Mindestlaufzeit gekoppelt. In einem Fall wurde sie nach zwei Jahren zurückgenommen, weil die Kalkulation nicht aufging — die Begründung dazu steht im Protokoll der GL-Sitzung vom [Datum].
Der Agent zieht Kennzahlen aus UC 01, Vertragslaufzeiten aus dem CLM und die Argumentationslinie aus früheren Bankgesprächen im 2nd Brain — und schreibt in Marcus' Duktus, weil er ihn aus hunderten Transkripten kennt.
Die anspruchsvollste Ausbaustufe: Der Agent kennt Marcus' Entscheidungsmuster gut genug, um einen Entwurf in seinem Stil und mit seiner Haltung zu schreiben.
Vier Schritte, ehrlich terminiert
Ein 2nd Brain ist kein Hackathon-Ergebnis. Was am Hackathon entsteht, ist der Startpunkt und der Rhythmus.
| Schritt | Inhalt | Wann | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 1 · Inventur | Erfassungsbogen mit Marcus ausfüllen: was gibt es, wo liegt es, was darf verwendet werden | am Hackathon | gefüllter Bogen, Freigabe je Gebiet |
| 2 · Erschließen | Vorhandene Dokumente in den Datenraum überführen und strukturieren | 2–4 Wochen | durchsuchbare Wissensbasis mit Quellenangabe |
| 3 · Interviews | Kopfwissen in Sitzungen von 20–30 Minuten heben, thematisch gebündelt | laufend, wöchentlich | Wissensseiten je Gebiet |
| 4 · Mitwachsen | Jedes Transkript, jede Entscheidung, jedes Briefing fließt automatisch ein | dauerhaft | Wissensbasis, die sich selbst pflegt |
Die Fragen an Marcus am Hackathon
- Wenn du morgen zwei Wochen ausfällst — welches Wissen fehlt der Firma sofort?
- Welche Frage bekommst du immer wieder gestellt, obwohl die Antwort eigentlich feststeht?
- Wo liegen deine Unterlagen wirklich: Laufwerk, Postfach, OneDrive, Notizbuch, Kopf?
- Was darf AIRA nicht lesen — und wer außer dir dürfte das 2nd Brain befragen?
- Gibt es Wissen, das nur einmal existiert und nirgends gesichert ist?