Nicht mehr der Startpunkt — der Stand

Marcus' 2nd Brain steht. Es ist nur noch dünn.

In der Vorbereitung stand hier: „heute noch nicht startbar, das Material fehlt". Das gilt nicht mehr. Das Brain liegt seit heute in Azure — dieselbe Struktur wie Alessios, eigener Speicher, eigene Rechte. Was fehlt, ist nicht die Ablage, sondern der Inhalt. Und der kommt in genau der Reihenfolge, die Marcus heute selbst genannt hat: Unterlagen → Mails → Notizbuch.

147
Notizen im Brain
live in Azure, nicht Prototyp
38
Aus „über Business" kopiert
Alessios Geschäftswissen als Grundstock
Mails ausgewertet
Freigabe steht, Indizierung offen
~10
Notizbücher
10 Jahre · selektiv, nicht alles

Heute passiert · Grundstock übertragen

Kein Mockup — 38 Notizen sind real aus Alessios Brain in Marcus' Brain kopiert
erledigt 27.07.2026

Alessios Brain enthält unter context/ueber-business/ das aufbereitete LAVA-Geschäftswissen — Geschäftsmodell, Preisgleitung, Produkte, Recht, Wettbewerb, Kunden. Das ist genau das Fundament, auf dem Marcus' Brain aufsetzen muss. Es wurde übertragen, mit Herkunftsvermerk: Autor bleibt Alessio, damit später nachvollziehbar ist, was Marcus' eigenes Wissen ist und was übernommen wurde.

BereichNotizenInhalt
Geschäftsmodell11Contracting-Grundprinzip · Business Model Canvas · 10x-Wachstumsstrategie · M&A-Strategie · Wirtschaftlichkeitsrechnung · „Growth without Growing"
Preisgleitung6Grundlagen · GP-, AP- und CO₂-Familien · Index-Glossar · LAVA-Alternativformeln
Recht3AVBFernwärmeV · Kostenneutralität § 556c BGB · weiterer Rechtsrahmen
Kunden3Kundensegmente · Werttreiber · Zielgruppen & Bedürfnisse
Prozesse3Interne Steuerung · Risikoprofil eines Projekts · Vertrags- & Akteurskonstellationen
Aurora3Deal-Struktur · Portfolio · Integration / PMI
Covivio2JV-Struktur „Caldera GmbH" · Portfolio
Wettbewerb · Markt · Produkte · Glossar7Wettbewerber-Set · Wettbewerbslandschaft · Markt Energiedienstleistungen · LAVA green · LAVA go · Glossar
Warum das mehr ist als eine Kopie: Damit beantwortet Marcus' Brain ab sofort Fragen zu Preisgleitung, Recht und Geschäftsmodell — bevor auch nur eine seiner Mails ausgewertet ist. Der Nutzen beginnt nicht erst am Ende der Inventur.

Die Reihenfolge, die Marcus selbst genannt hat

„Second Brain: das meiste von den Unterlagen — also Basis jetzt, weil wir das eben erarbeitet haben. Dann Mails, weil Mails ist einfach alles. Und dann ergänzt im Endeffekt das Notizbuch." — Block 3 · 46:12
STUFE 1 · HEUTE ERLEDIGT
Unterlagen
Was Marcus und Alessio in zwei bis drei Jahren gemeinsam erarbeitet haben — liegt bereits strukturiert vor.
STUFE 2 · NÄCHSTES
Mails
„Mails ist einfach alles." Entscheidungen, Zusagen, Begründungen — der größte Block, technisch freigegeben.
STUFE 3 · SELEKTIV
Notizbücher
10 Jahre handschriftlich. Nicht alles digitalisieren — Marcus selbst: „dann haben wir nicht allen Scheiß erfasst, sondern die zehn relevantesten, angereichert durch Historien." (39:36)

Der Test: Marcus fällt vier Wochen aus

Die Frage wurde ihm heute direkt gestellt — welches Wissen würde der Firma sofort fehlen? Seine Antwort war eindeutig und in dieser Reihenfolge:

1Finanzierung
„dass da die Kohle nicht ausgeht […] und wenn das nicht kommt, ist vorbei, und zwar ratzfatz"
kritisch
2Kundenwissen
„du weißt eigentlich alles über Kunden, aber das meiste ist im Kopf"
kritisch
3Vertriebliche Stringenz
welches Segment wirklich bearbeitet wird — und wer korrigiert, wenn abgedriftet wird
hoch
Damit ist die Priorität gesetzt. Das Brain wird nicht alphabetisch gefüllt, sondern entlang dieser drei — alles andere ist Nachlauf.

Die eigentliche Aufgabe: Marcus' Haltung, nicht nur seine Fakten

Der schwierigste und der wertvollste Teil — heute klar formuliert
L0 · nur zeigen, nie entscheiden

Fakten kann man importieren. Was das Brain wirklich tragfähig macht, ist etwas anderes: Es muss erkennen können, ob eine Entscheidung noch zu LAVA passt — und das setzt voraus, dass Marcus' Grundhaltung hinterlegt ist. Genau da liegt aber auch die Grenze, die Marcus selbst gezogen hat.

Was hinterlegt werden muss: Die getroffenen Richtungsentscheidungen und ihre Konsequenz. „Wir legen eine Richtung fest, besprechen die, committen die — und dann muss aus diesem Commitment ein hartes Wert dahin gehen, dass es operationalisiert wird." (1:30:17)
Was ausdrücklich nicht gilt: Marcus' Meinung als Maßstab einzufrieren. „Es muss ja auch challenged sein. Es verändert sich ja auch was mit der Zeit […] nicht alles nach meiner Pfeife, denn die ist nämlich nicht immer die richtige — oder in Nuancen anders, oder man verpasst eine Opportunität." (29:33)
Konsequenz für den Bau: Entscheidungen werden mit Datum und Begründung abgelegt und im Turnus zur Überprüfung vorgelegt — nicht als Regel, sondern als offene Frage.

Erfassungsbogen — live mit Marcus auszufüllen

Für jede Zeile: Gibt es das? Wo liegt es? Wie aktuell? Darf AIRA es lesen?
WissensgebietTypische InhalteFundortAktualitätFreigabe
Strategie & PositionierungGeschäftsmodell, Zielsegmente, Wachstumspfad, Abgrenzung zum Wettbewerb???
Gremien & GesellschafterBeschlüsse, Protokolle, Berichte, Zusagen gegenüber Kapitalgebern??sensibel
Verträge & KonditionenVertragsmuster, Preisgleitformeln, Sonderabreden, Verhandlungsspielräumeteilweise Systemaktuell?
ErfahrungswissenWarum Entscheidungen so getroffen wurden, was schon einmal scheiterte, wie ein Kunde ticktim Kopf?
Finanzierung & M&AFinanzierungsstruktur, Bankgespräche, Übernahmen, Bewertungslogik??sensibel
Technik & AnlagenAnlagenkonzepte, Erfahrungswerte, Lieferanten, technische Leitplanken???
Menschen & OrganisationWer kann was, wer entscheidet was, gewachsene Zuständigkeitenim Kopfheikel
Kunden & MarktKundenhistorien, Absagegründe, Preisgrenzen, Wettbewerbserfahrungen???

Drei Arten von Wissen — drei Wege hinein

ArtWeg in die WissensbasisAufwand
Dokumentiert
liegt als Datei vor
Einlesen, strukturieren, in den Datenraum überführengering
Verstreut
in Mails, Protokollen, Chats
Automatisch erschließen, aber Relevanz muss bestätigt werdenmittel
Im Kopf
nur bei Marcus
Interview. Der Agent stellt Fragen, Marcus antwortet mündlich, daraus entstehen Wissensseitenhoch — aber der wertvollste Teil
Das ist der Kern: Der große Teil von Marcus' Wissen ist nirgends aufgeschrieben. Ein 2nd Brain, das nur Dateien indiziert, bildet den unwichtigeren Teil ab. Der wirkliche Wert entsteht durch strukturierte Interviews — und die kann AIRA selbst führen.

Interview-Modus — so wird Kopfwissen zu Wissensbasis

AIRA stellt Marcus in ruhigen Momenten Fragen. Kurz, thematisch gebündelt, mit Diktierfunktion.

„Warum habt ihr euch gegen [Option] entschieden?"
Anlass: Die Frage kam in einem Kundengespräch auf, die Antwort steht nirgends.
„Was muss man über [Kunde] wissen, bevor man dort hingeht?"
Anlass: Termin nächste Woche, ein Kollege begleitet Marcus zum ersten Mal.
„Wo liegt eure Preisuntergrenze — und warum genau dort?"
Anlass: Wiederkehrende Frage im Vertrieb.
Zwei Minuten Sprechen ersetzen eine Stunde Schreiben. Und die Fragen entstehen aus dem Tagesgeschäft — nicht aus einer Gliederung, die niemand abarbeitet.
Zielbild

So fühlt es sich an, wenn es fertig ist

Beispielhafte Antworten — illustrativ, nicht aus echten Daten erzeugt. Entscheidend ist die Form: jede Aussage mit Quelle, Lücken ausgewiesen.

„Ein Kunde fragt nach einer Sonderregelung bei der Preisanpassung. Haben wir so etwas schon einmal gemacht?"

Ja, in zwei Fällen. Beide Male wurde die Sonderregelung an eine Mindestlaufzeit gekoppelt. In einem Fall wurde sie nach zwei Jahren zurückgenommen, weil die Kalkulation nicht aufging — die Begründung dazu steht im Protokoll der GL-Sitzung vom [Datum].

Belege: Vertrag [ID] §[X] · Vertrag [ID] §[X] · GL-Protokoll [Datum], Abschnitt [Y]
Was ich nicht weiß: Ob es weitere mündliche Zusagen dieser Art gab, die nicht im Vertrag stehen.
„Bereite mir drei Argumente für das Bankgespräch vor."

Der Agent zieht Kennzahlen aus UC 01, Vertragslaufzeiten aus dem CLM und die Argumentationslinie aus früheren Bankgesprächen im 2nd Brain — und schreibt in Marcus' Duktus, weil er ihn aus hunderten Transkripten kennt.

Hier greifen alle Use Cases ineinander: Daten (01) + Historie (03/04) + Wissen (07).
„Was würde ich normalerweise antworten?"

Die anspruchsvollste Ausbaustufe: Der Agent kennt Marcus' Entscheidungsmuster gut genug, um einen Entwurf in seinem Stil und mit seiner Haltung zu schreiben.

Realistisch erst nach mehreren Monaten Materialsammlung. Nicht als Hackathon-Ziel setzen — als Richtung benennen.
Vorgehen

Vier Schritte, ehrlich terminiert

Ein 2nd Brain ist kein Hackathon-Ergebnis. Was am Hackathon entsteht, ist der Startpunkt und der Rhythmus.

SchrittInhaltWannErgebnis
1 · InventurErfassungsbogen mit Marcus ausfüllen: was gibt es, wo liegt es, was darf verwendet werdenam Hackathongefüllter Bogen, Freigabe je Gebiet
2 · ErschließenVorhandene Dokumente in den Datenraum überführen und strukturieren2–4 Wochendurchsuchbare Wissensbasis mit Quellenangabe
3 · InterviewsKopfwissen in Sitzungen von 20–30 Minuten heben, thematisch gebündeltlaufend, wöchentlichWissensseiten je Gebiet
4 · MitwachsenJedes Transkript, jede Entscheidung, jedes Briefing fließt automatisch eindauerhaftWissensbasis, die sich selbst pflegt
Schritt 4 ist der Grund, warum die anderen Use Cases zuerst kommen sollten: Wenn Jour Fixes transkribiert, Termine nachbereitet und Entscheidungen protokolliert werden, baut sich das 2nd Brain als Nebenprodukt auf — ohne zusätzliche Arbeit. Wer mit UC 07 anfängt, schreibt eine Enzyklopädie. Wer mit UC 02–04 anfängt, bekommt sie geschenkt.

Die Fragen an Marcus am Hackathon

  • Wenn du morgen zwei Wochen ausfällst — welches Wissen fehlt der Firma sofort?
  • Welche Frage bekommst du immer wieder gestellt, obwohl die Antwort eigentlich feststeht?
  • Wo liegen deine Unterlagen wirklich: Laufwerk, Postfach, OneDrive, Notizbuch, Kopf?
  • Was darf AIRA nicht lesen — und wer außer dir dürfte das 2nd Brain befragen?
  • Gibt es Wissen, das nur einmal existiert und nirgends gesichert ist?